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Windjammer - das klang wie Spott und so war es auch gemeint. Mit diesem verächtlichen Spitznamen belegten nämlich die auf Dampfern fahrenden Seeleute die riesigen, rahgetakelten Segelschiffe, die im beginnenden Zeitalter der Dampfschiffahrt noch ein gewichtiges Wort im internationalen Seehandel mitzureden versuchten. Diese Monstren, so behaupteten die Dampfschiffer, seien viel zu plump, um elegant am Wind zu segeln; man müsse sie vielmehr mit bis an die Backstage angebraßten Rahen an den Wind ,, pressen" - dies die Bedeutung des englischen Wortes ,,to jam". |
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Aber aus dem Spottnamen wurde ein Ehrentitel. Denn in Wahrheit verkörperten die Windjammer in den 1860er Jahren, in denen sie sich erfolgreich gegen die immer stärker aufkommenden Dampfschiffe behaupten konnten, die ganze Majestät der Segelschiffahrt und den glanzvollen Höhepunkt einer jahrhundertelangen Entwicklung. Windjammer brauchten steife Brisen, um durch schnelle Überfahrten ihre Daseinsberechtigung zu beweisen. Von Anfang an eroberten die Windjammer die Herzen von Seeleuten und Landratten gleichermaßen. Die "Potosi", die "Preußen", die Herzogin Cecilie" und zahllose andere stellten für die Überfahrt von Chile oder Australien nach Europa immer wieder neue Schnelligkeitsrekorde auf. Selbst in der Zeit ihres Niedergangs, in den zwanziger und dreißiger Jahren, hatten sie noch den Ehrgeiz, alle Rivalen hinter sich zu lassen. Als die " Hougomont" 1927 der "Archibald Russel" von Australien nach Irland ein Rennen lieferte, ging ihre Besatzung so weit, den Rumpf während der Fahrt mit einem unter dem Kiel durchgezogenen Drahtseil vom Bewuchs zu säubern - und das Schiff gewann mit vier Tagen Vorsprung. Auf der " Viking" bemerkte 1934 ein Mann, das Barometer sei gestiegen und man könne sich auf gutes Wetter freuen. "Zum Teufel mit dem steigenden Barometer!" schnauzte der Kapitän. "Wir wollen, dass es Sturm anzeigt, damit wir schneller heimkommen."
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